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Zum Schadensersatz wegen Bauzeitverzögerung

OLG Köln, Beschl. v. 08.04.2015 – 17 U 35/14

Verlangt der Auftragnehmer Kostenersatz wegen gestörten Bauablaufs, muss er den Schaden darstellen, indem er den gestörten mit dem ungestörten Bauablauf gegenständlich vergleicht.

In dem vom Oberlandesgericht (OLG) Köln entschiedenen Fall wurde der Auftragnehmer mit Metallbau- und Glasbauarbeiten in einem Innenhof beauftragt. Auf der Baustelle gab es Verzögerungen, die er nicht zu vertreten hatte. Sowohl Baubeginn als auch Fertigstellungstermin wurden nach hinten verschoben. Für die Bauzeitverlängerung verlangte der Auftragnehmer Schadensersatz.

Das Gericht folgte dem nicht. Der Auftragnehmer hätte seinen behaupteten Schaden durch eine konkrete, baubablaufbezogene Darstellung nachweisen müssen. Seine rein abstrakte Abbildung des behaupteten Schadens genügte dem OLG nicht.

Praxishinweis: Die Entscheidung überrascht nicht; der Bundesgerichtshof verlangt seit jeher, dass der Verzögerungsschaden konkret und bauablaufbezogen dargelegt wird. Das OLG überträgt dies lediglich auf einen Einzelfall, in dem die Bauzeitverzögerung wegen verschobenen Baubeginns und Bauendes eindeutig ist. Schadensersatzklagen wegen Bauzeitverzögerung begegnen erhebliche Hürden und dürften nur bei einer (nahezu) lückenlosen Dokumentation mithilfe von Bautagebüchern, Besprechungs- und Tagesprotokollen Aussicht auf Erfolg haben.

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