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Weisheitszahnentfernung: Schädigung des Zungennervs ist typisches Risiko

OLG Dresden, Beschl. v. 28.01.2021 – 4 U 1775/20

Die Schädigung des Zungennvervs (nervus lingualis) ist nach Ansicht des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden ein typisches Risiko beim „Ziehen“ eines Weisheitszahns. Komme es daher zu einer solchen Schädigung, könne daraus nicht der Anscheinsbeweis abgleitet werden, die Behandlung sei fehlerhaft erfolgt.

Das OLG Dresden stellt sich damit auf Grundlage der aktuellen zahnärztlichen Studienlage gegen gerichtliche Entscheidungen aus den 1980-er Jahren. Nervschädigungen treten laut einer Studie bei 7% aller operativen Weisheitszahnextraktionen auf und ließen sich auch bei größtmöglicher Sorgfalt nicht sicher verhindern.

Praxishinweis: Handelt es sich demnach bei der Schädigung des nervus lingualis um ein typisches Risiko einer Weisheitszahnextraktion, bedarf es vor dem Eingriff einer entsprechenden Aufklärung des Patienten durch den Zahnarzt.

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