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Vorstand einer Stiftung haftet persönlich

OLG Oldenburg, Urt. v. 08.11.2013 – 6 U 50/13

Das OLG Oldenburg hat einen (ehemaligen) alleinigen Vorstand einer kirchlichen Stiftung zur Zahlung von Schadensersatz von mehr als 450.000,00 € verurteilt.

 Während der gut siebenjährigen Tätigkeit des Stiftungsvorstands reduzierte sich das Stiftungsvermögen um rund 6 Mio €, nämlich von mehr als 8,84 Mio € im Februar 2001 auf etwa 2,55 Mio € in 2007. Ursache hierfür war nach Auffassung des Gerichts unter anderem eine unzulässige Anlage des Stiftungsvermögens in Form von Aktienkäufen und Anlagegeschäften. Aus diesem Grund stehe der Stiftung ein Schadensersatzanspruch zu. Darüber hinaus habe der Stiftungsvorstand für den laufenden Geschäftsbetrieb dem Stiftungsvermögen deutlich mehr entnommen, als er habe entnehmen dürfen, wodurch er sich gleichfalls schadensersatzpflichtig gemacht habe.

Praxistipp: Auch für Organe gemeinnütziger oder kirchlicher Vereine und Stiftungen gilt, dass der Vorstand für einen durch pflichtwidriges und schuldhaftes Verhalten entstandenen Schaden persönlich einzustehen hat. Nur wenn der Vorstand unentgeltlich tätig ist – oder eine jährliche Vergütung von nicht mehr als 500,00 € erhält –, ist die gesetzliche Haftung auf einen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachten Schaden beschränkt.

 

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