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Frist zur Ausschlagung der Erbschaft

OLG Schleswig, Beschl. v. 20.06.2016 – 3 Wx 96/15

Nach dem Tod des Erblassers muss die Ausschlagung in der Regel innerhalb von sechs Wochen erklärt werden. Der Beginn der Ausschlagungsfrist setzt aber voraus, dass der Erbe von seiner Erbenstellung weiß. Das ist nicht der Fall, wenn die familiären Verhältnisse sehr schlecht sind und der gesetzliche Erbe deshalb annimmt, der Erblasser hätte ihn durch letztwillige Verfügung von der Erbschaft ausgeschlossen. Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig hat nun entschieden, dass es insoweit genügt, wenn Kinder zu ihren Eltern kaum Kontakt haben und die Familienbande abgerissen sind.

Praxishinweis: Wann die Frist beginnt, entscheidet sich jeweils nach den persönlichen Verhältnissen und Kenntnissen des Erben. Ob eine Ausschlagung noch möglich ist, muss deshalb im Einzelfall geprüft werden.

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