Berücksichtigung der Kosten für ein Arbeitszimmer bei den Einkünften aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage

FG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 25.01.2018 – 6 K 2234/17

Im vorliegenden Urteil versagte das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) den Abzug der Kosten für ein Arbeitszimmer mit der Begründung, dass bei dem Betrieb einer Photovoltaikanlage ein Arbeitszimmer äußerst geringfügig betrieblich genutzt werde, sodass eine private Nutzung schon in allergeringstem Umfang schädlich sei.

Basierend auf dem Bericht des Ermittlungsbeamten über die im Arbeitszimmer stehenden Gegenstände kam das FG zum Ergebnis, dass das Zimmer für die Besichtigung des Ermittlungsbeamten „präpariert“ wurde, indem private Gegenstände vor der Besichtigung aus dem Zimmer geräumt wurden. Insbesondere hob das FG einen leeren Spiegelschrank hervor, der im Arbeitszimmer aufbewahrt wurde und keine betriebliche Nutzung aufwies. Daraus zog das FG die Rückschlüsse über eine gemischte Nutzung des Arbeitszimmers und schloss die gesamten Kosten des Arbeitszimmers vom Abzug aus.

Praxishinweis: Das vorliegende Urteil macht deutlich, dass in einem häuslichen Arbeitszimmer keine Gegenstände aufbewahrt werden sollten, die einen Anschein der privaten Nutzung erwecken. Um vollständige Versagung des Kostenabzugs zu vermeiden, würde es sich darüber hinaus empfehlen, alle betrieblich genutzten Gegenstände in ein laufendes Verzeichnis aufzunehmen und bei der Berechnung der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer entsprechend zu berücksichtigen. Dadurch werden der Finanzverwaltung die betriebliche Zuordnung der Gegenstände deutlich und die Beweislast des Steuerpflichtigen erleichtert.

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