Patient muss im Arzthaftungsprozess Behandlungsfehler schlüssig vortragen

OLG Dresden, Beschl. v. 01.11.2018 – 4 W 868/18

Im Arzthaftungsprozess muss der Patient grundsätzlich einen Behandlungsfehler darlegen und beweisen. Zwar stellt die Rechtsprechung lediglich maßvolle Anforderungen daran, wie konkret der Vortrag des Patienten hierzu sein muss, weil von ihm regelmäßig keine genaue Kenntnis der medizinischen Vorgänge erwartet und gefordert werden könne.

Nach einer aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden muss aber zumindest eine Beschreibung erfolgen, worin der Behandlungsfehler liegen könnte. Im Streitfall erschöpfte sich das Vorbringen der Patientenseite darin, von dem Vorliegen nicht näher beschriebener Gesundheitsbeeinträchtigungen auf eine Sauerstoffunterversorgung unter der Geburt und einen dadurch eingetretenen Hirnschaden zu schließen. Dies reichte nicht aus.

Praxishinweis: Für eine Haftung des Arztes genügt es nicht, als Patient dem Arzt letztlich nur einen negativen Ausgang einer Behandlung vorzuwerfen. Ohne schlüssigen Vortrag dazu, worin ein ärztlicher Fehler konkret liege, scheitert eine Inanspruchnahme des Behandlers.

Zurück