Leicht erhöhte Entzündungswerte erfordern grundsätzlich nicht zwingend Antibiose

OLG Koblenz, Urt. v. 15.03.2017 – 5 U 761/16

Liegt nur ein leicht erhöhter CRP- und Leukozytenwert vor, ist eine antibiotische Therapie nach Ansicht des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz selbst bei einem Patienten mit chronischer Herzklappenerkrankung nicht zwingend angezeigt. Dies gilt jedenfalls dann, wenn keine klinischen Anhaltspunkte für ein Entzündungsgeschehen vorhanden sind; insoweit hatte die Klinik im Streitfall eine Lungenentzündung röntgenologisch ausgeschlossen.

Der Schmerzensgeldanspruch des Patienten scheiterte, da er den ärztlichen Behandlungsfehler sowie den Ursachenzusammenhang zwischen diesem und dem geltend gemachten Gesundheitsschaden nicht beweisen konnte.

Praxishinweis: Allein der Misserfolg einer ärztlichen Behandlungsmaßnahme bzw. der Eintritt eines Schadens genügen nicht zur Begründung einer Arzthaftung.

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