Aufklärungsfehler: Haftung des Arztes kann bei früherer sachgerechter Aufklärung entfallen

OLG Dresden, Beschl. v. 02.10.2019 – 4 U 1141/19

Klärt ein Arzt nicht hinreíchend etwa über Behandlungsalternativen oder Risiken des Eingriffs auf, kann ein solcher Aufklärungsfehler Schadensersatzansprüche des Patienten auslösen. Eine unzureichende Aufklärung führt aber dann nicht zur Haftung des Arztes, wenn er beweisen kann, dass der Patient auch bei ordnungsgemäßer Aufklärung in den konkret vorgenommenen Eingriff eingewilligt hätte. Dieser Beweis ist jedoch erst dann zu führen, wenn der Patient dargelegt hat, dass er sich in einem echten Entscheidungskonflikt über die Durchführung der ärztlichen Behandlung befunden hätte, wäre er sachgerecht aufgeklärt worden.

 

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden kann ein solcher Entscheidungskonflikt ausscheiden, wenn der Patient sich mehreren vorausgegangenen Eingriffen unterzogen hat, bei denen er über vergleichbare Risiken sachgerecht aufgeklärt worden war.

 

Praxishinweis: Gehen einem ärztlichen Eingriff zeitnah ähnliche Behandlungen mit sachgerechter Aufklärung voraus, kann ein Aufklärungsfehler für den Arzt folgenlos bleiben. Gleichwohl sollte in der Praxis stets gewissenhaft aufgeklärt werden.

Zurück