Bei Berechnung längerer Kündigungsfristen zählt gesamte Betriebszugehörigkeit

BGBl. I 2018, 2651

Im Fall einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber verlängern sich gemäß § 622 Abs. 2 BGB die Kündigungsfristen mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

622 Abs. 2 Satz 2 BGB sah vor, dass bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs des Arbeitnehmers liegen, nicht berücksichtigt werden. Der Europäische Gerichtshof hatte bereits am 19.01.2010 entschieden, dass diese Regelung gegen das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters verstößt. Seither wurde die Norm nicht mehr angewendet – obwohl sie nach wie vor im BGB zu finden war.

Der Deutsche Bundestag hat die Regelung nun auch aus dem Gesetz mit Wirkung ab 01.01.2019 ersatzlos gestrichen (Qualifizierungschancengesetz, BGBl. I 2018, 2651).

Praxishinweis: Arbeitgeber haben vor Ausspruch einer Kündigung, Arbeitnehmer nach Erhalt einer Kündigung wichtige Fristen und Formalien zu beachten, die zur Vermeidung von Rechtsverlusten unbedingt einzuhalten sind.

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